Irland - Kerry Way
April 1998 - Reisebericht
Im Kopf gehe ich noch einmal alle
Sachen durch, die ich seit etwa
drei Stunden im Rucksack auf
dem Rücken mit mir herumtrage.
Es regnet in Strömen, aber
dadurch wirkt die
Landschaft nur noch unwirklicher. Ich genieße die
Stille um mich her, als diese jäh unterbrochen
wird: "Can you help me to find this way?"
Und schon hielt mir jemand eine
Wanderkarte unter die Nase.
Um möglichst schnell wieder alleine zu sein,
zeigte ich dem Mädchen - sie hatte einen
völlig überladenen Rucksack auf dem Rücken - den Weg
und marschierte dann selbst weiter.
Nach etwa 100 Metern warf ich verstohlen einen Blick zurück
über meine Schulter und erschrak mächtig: Das Mädchen ... es
folgte mir dicht auf den Fersen! Ich
nahm die Beine in die Hand und hetzte
los; irgendwie musste man die doch
abschütteln können. Aber es half nichts.
Am Abend saßen wir zusammen in der
Küche der Herberge
und tranken Tee. So verlief es auch an
den folgenden Tagen. Bald stellte sich zudem noch heraus,
dass sie kaum etwas zu essen bei sich hatte.
Ich bekam Mitleid und fütterte sie Tag für Tag
durch.
Das hätte ich wohl besser nicht tun sollen,
denn bis zum heutigen Tage - sechs Jahre
später - wurde ich sie nicht mehr los. Aber ich
habe mich daran gewöhnt. Und weil das so ist, Habe ich sie
schließlich geheiratet.
Das war Irland!